Als der Kaufmann Martin Peller 1602 mit dem Bau seines Hauses begann, wurde der Grundstein gelegt zu dem, was später als prächtigstes Nürnberger Bürgerhaus Eingang in die Kunstgeschichte fand.
Der Baugedanke eines Arkadenhofes war dabei nicht neu in Nürnberg. Hunderte von Galeriehöfen gab es bereits in der Stadt. Viele davon mit steinernen Maßwerkbrüstungen.
Aber der Pellersche Hof übertraf alles, was man bisher kannte: Auf den beiden Längsseiten wurde er von dreigeschossigen, großzügigen Arkaden flankiert, deren Gliederung zwar klar und symmetrisch, deren Ornamentik aber reich und phantasievoll war. An ihnen entlang streifend fiel der Blick schließlich auf die Schaufassade mit einem prächtigen Giebel. Selten fand man Formen der italienischen Renaissance so glücklich vereint mit hiesiger Schmuckfreude. Antikische Säulen begleiten die Stockwerke, Obelisken ragten in den Himmel und doch war das Erscheinungsbild ein gänzlich anderes als in Italien. Der Pellerhof, als das mitteleuropäische Gegenstück zu den großartigen Arkadenhöfen Italiens, ist ein unverzichtbarer Teil der europäischen Baukunst.