Fassade Nürnberger Statdhaus

Fassaden

Am 28. März 1974 hatten die Lokalredakteure Überschriften formuliert, wie sie ihnen schon lange nicht mehr in die Schreibmaschine geflossen waren: "Schmuckstück für die Altstadt" (Nürnberger Nachrichten) "Kleinod präsentiert sich den Bürgern" (Nordbayerische Zeitung). Auf den Fotografien strahlte die makellos frische Fachwerkfassade Untere Schmiedgasse 6, die von den Altstadtfreunden und dem Besitzer freigelegt worden war.

Diese erste Fachwerkfreilegung war der Startschuss für insgesamt über 250 weitere Restaurierungen und Verschönerungen in der Nürnberger Altstadt.

Noch um 1700 waren viele Gassen in Nürnberg vom Fachwerk geprägt.

Kappengasse 16
Kappengasse 16

Freilich lag nicht jedes Holzgefüge frei, aber die sichtbaren Fachwerkfassaden waren immer noch zahlreich genug, um das strenge Bild der steinernen und verputzten Häuser aufzulockern. Das änderte sich erst in den folgenden zweihundert Jahren, als fast jedes Fachwerk verputzt und gestrichen wurde.

Die Altstadtfreunde haben es sich seit 1973 zur Aufgabe gemacht, die wenigen erhaltenen Fachwerkfassaden wieder freizulegen und so das Stadtbild zu bereichern.

Fassadenfreilegung

Die Aufwertung und Sicherung des historischen Stadtbildes, für die die Bürger und Freunde Nürnbergs Millionen Euro spendeten und spenden, ist beispiellos. Am Unschlittplatz gelang den Altstadtfreunden ein besonders spektakulärer Erfolg: Dort wurden 1981 nicht nur vier Denkmäler gerettet, die ein zusammenhängendes Ensemble bilden, sondern durch weitere Maßnahmen entstand auch einer der schönsten Plätze Nürnbergs.