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2012 Die Nonnen von Pillenreuth - ein arbeitsames Leben hinter Klostermauern

Ein Vortrag von Hans Bosch

 

24. Januar 2012 um 19.30 Uhr

Fabersaal des Bildungszentrums Nürnberg, Gewerbemuseumsplatz 2

 

Der Zufall will es, dass der lange geplante Vortrag bei den Altstadtfreunden über das Kloster Pillenreuth vom Totalverlust seines wichtigsten baulichen Zeugnisses überschattet wird.
Pfarrer i.R. Hans Bosch berichtet am Dienstag, 24. Januar 2012 um 19.30 Uhr im Fabersaal des Bildungszentrums über das Leben der Nonnen in dem mittelalterlichen Kloster und dessen wechselvolle Geschichte. Bis vor kurzem kündete davon außer der teilweise erhaltenen Klostermauer noch die Gaststätte „Zum Klösterle“. Darin hatten sich trotz mehrfachen Umbaus Teile aus dem 14. Jahrhundert erhalten. Nach der offensichtlich mutwillig herbeigeführten Gasexplosion am 4. Januar mussten die traurigen Überreste des Baudenkmals abgetragen werden, um die Ermittler nicht zu gefährden. Das ist äußerst bedauerlich, weil der Ortsteil mit der Gaststätte, deren Kern noch auf das alte Pröbstinnenhaus des Klosters zurückging, seinen wichtigsten Identifikationspunkt verliert.

Anders als die vier Männerklöster in der Reichsstadt wurden die meisten Nürnberger Frauenklöster in der Abgeschiedenheit des Reichswaldes gegründet. So auch der Konvent der Augustinerinnen in dem alten Zeidlerhof Pillenreuth auf halbem Weg von Nürnberg nach Schwabach. Initiator der Stiftung war der damals reichste Nürnberger Bürger Konrad Groß, der den Gründungsakt jedoch Kaiser Ludwig dem Bayern überließ. Ungemach drohte den Nonnen durch die Einführung der Reformation 1525, der sie sich hartnäckig widersetzten. Wie bei den anderen Frauenklöstern blieb dem Rat nichts anderes übrig als die Aufnahme von Novizinnen zu verbieten und auf das Aussterben der Nonnen zu warten. Das Aus für das Kloster kam dann aber schneller als erwartet, da dessen Gebäude im Zweiten Markgrafenkrieg 1552 fast völlig zerstört wurden. Den noch verbliebenen Nonnen war vorher die Flucht in die Reichsstadt gelungen, wo sie im Klarissenkloster Aufnahme fanden. Dort starb die letzte Pillenreuther Nonne im Jahre 1591. Erst danach konnte die Reichsstadt Nürnberg das gesamte Klostergut übernehmen und an Privatleute veräußern.

 

 

 

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