Veranstaltungsarchiv

Bürgerentscheid zum Historischen Rathaussaal

Unsere Hoffnungen haben sich nicht erfüllt: Nur ein knappes Drittel der Wähler hat beim Bürgerentscheid zum Rathaussaal für unseren Vorschlag votiert. Die Niederlage kam nicht überraschend. Bei vielen Gesprächen in den letzten Wochen war der Gegenwind spürbar. Woran hat es gelegen?
25 Jahre Stillstand im Saal sind eine lange Zeit, in der sich viele Nürnberger an seine heutige Ästhetik gewöhnt haben. Sie betrachten ihn als „ihren“ Saal und scheuen Veränderungen. Viel stärker hat jedoch die Kostenfrage zur Ablehnung der Vollendung des Saals beigetragen. Von einem Teil der Presse polemisch gefüttert (300 Kita-Plätze, drei Elefanten im Tiergarten) ließ sich das Totschlagargument der völlig überzogenen städtischen Kostenschätzung nicht mehr aus der Welt schaffen. Welchen Gewinn ein vollendeter Rathaussaal gebracht hätte, interessierte viele Bürger nicht mehr, auch angesichts der Erfahrung, dass sich viele städtische Projekte am Ende noch deutlich verteuern.Bei den allermeisten Bürgerentscheiden will eine Initiative etwas verhindern, und hat dann Chancen auf Erfolg. Viel schwieriger ist es, ein Projekt durch direkte Demokratie anzustoßen. Wenn es sich dann noch um ein kulturpolitisches Anliegen handelt, schwinden die Chancen weiter, weil immer fehlendes Geld im Sozialbereich gegengerechnet wird. Dennoch war unser Vorstoß nicht völlig erfolglos. Nach den Plänen des Kulturreferats wird das Rathaus in eine „historische Bildungsachse“ einbezogen. Der Rathaussaal wird nach einem Vierteljahrhundert endlich geöffnet. Ohne unsere Initiative hätte sich im historischen Zentrum unserer Stadt nichts bewegt.